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Glaube Liebe Hoffnung

Regie: Alexander Müller-Elmau

Di, 17.12.19, 20:00 Uhr
Glaube Liebe Hoffnung
© Patrick Pfeiffer
Glaube Liebe Hoffnung
© Patrick Pfeiffer

Ödön von Horváths "Totentanz in fünf Bildern" beginnt, wo er auch enden wird: Die junge Elisabeth möchte dem Anatomischen Institut ihre Leiche verkaufen, da sie dringend Geld für einen Wandergewerbeschein braucht, um arbeiten zu dürfen. Ihre Leiche wird sie nicht los, doch der Präparator, "ein herzensguter Mensch" mit Hintergedanken, borgt ihr die nötige Summe. Als er herausfindet, dass Elisabeth mit den 150 Mark keinen Wandergewerbeschein erworben, sondern eine Vorstrafe abbezahlt und sich von ihrer Arbeitgeberin dieselbe Summe für denselben Zweck geliehen hat, fühlt er sich hintergangen. Elisabeth landet wegen Betruges im Gefängnis. Da interessiert es auch niemanden, dass sie die Vorstrafe nur bekommen hat, weil sie ohne Wandergewerbeschein gearbeitet hat. Gesetz ist schließlich Gesetz. Ein Teufelskreis – aber Elisabeth bleibt tapfer. Als sie wieder auf freiem Fuß ist, sucht sie, die immer "ihr eigene Herr" sein wollte, sich einen Mann – ausgerechnet einen Polizisten - und erhofft sich nicht nur Liebe, sondern auch Sicherheit. Den beiden geht es gut miteinander. Bis Alfons von ihrer Vorstrafe erfährt ... "Glaube Liebe Hoffnung könnte jedes meiner Stücke heißen," schreibt Ödön von Horváth über sein Werk, das auf den Erfahrungsberichten des Gerichtsreporters Lukas Kristl basiert und 1936 in Wien uraufgeführt wurde. Während Kristl sich ein Stück gegen die unmenschliche Anwendung "kleiner Paragraphen", wie er sie tagtäglich erlebte, erhoffte, werden seine Berichte bei Horváth zum Material, "um wiedermal den gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft zeigen zu können, dieses ewige Schlachten, bei dem es keinen Frieden geben wird." In meist knappen Bildern zeigt der Autor die Höhepunkte einer Abstiegsgeschichte, die in der ökonomischen und sozialen Isolation einer tatkräftigen jungen Frau endet. Elisabeth wird zerrieben zwischen Bagatellen und Alltäglichkeiten - so alltäglich, dass es niemandem auffällt. Die Inszenierung setzt sich gesellschaftspolitisch mit den Schicksalen der Figuren auseinander, indem das Geschehen nicht historisch, sondern in eine nahe Zukunft verlegt wird. Die gesamte Geschichte wird wie ein Rückblick aus der Perspektive der bereits ertrunkenen Elisabeth erzählt.

"Den intensivsten Eindruck hinterlässt die Esslinger Inszenierung in ihrer streckenweise sachlich trockenen Präsentation, die von schlagartig unerwartet eingefügten Aktionen gegliedert und unterbrochen werden. Hinzu kommt der passende, originelle Umgang mit der Sprache." - Eckehard Uhlig in Die Deutsche Bühne

Der Regisseur und Bühnenbildner Alexander Müller-Elmau arbeitete zunächst als Bühnenbildner in Opernhäusern und im Schauspiel vor allem mit den Regisseuren Hans-Ulrich Becker und Amelie Niermeyer. Seit 2003 ist er auch als Regisseur tätig: Am Düsseldorfer Schauspielhaus inszenierte er nach Franz Kafka "Amerika", "Das Schloß" und "Die Verwandlung". An der WLB hat er mit "Der Prozess" seine Auseinandersetzung mit Kafka fortgesetzt und zuletzt, in der Spielzeit 2017/18 Ibsens "Hedda Gabler" inszeniert. Seine Theaterstücke erscheinen im S. Fischer Verlag.

Regie & Bühne: Alexander Müller-Elmau / Kostüme: Katrin Busching
Musik: Fabian Kalker / Dramaturgie: Anna Gubiani
Mit: Stephanie Biesolt (Vizepräparator / Irene Prantl / Arbeiterfrau), Ulf
Deutscher (Präparator / Kriminaler), Kristin Göpfert (Elisabeth), Ralph Hönicke
(Alfons Klostermayer, I. Schupo), Antonio Lallo (Oberpräparator / Herr Richter /
Oberinspektor / III. Schupo) Sofie Alice Miller (Maria / Frau Richter / Kamerad, II.
Schupo), Florian Stamm (Baron / Invalider / Buchhalter)

Mit Einführungsvortrag um 19:30 Uhr

 

Veranstalter: Erdinger Stadthalle

Di, 17.12.19

Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Großer Saal
Theater
Reihenbestuhlung
Gastro: Foyerbar
Tickets: 27,00 € I 24,00 €
Kulturkarte: 10% Rabatt

Ticketshop:
Vorverkaufskasse am Alois-Schießl-Platz 1:
Mo/Mi/Fr 15-18 Uhr
und Di/Do 10-12 Uhr
Telefon: 08122/9907-12
(Mo-Fr 9-17 Uhr)
ticket@stadthalle-erding.de

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